Auch wenn ich vegan esse, und mir Chilli sin carne vertrauter ist als con carne, kam ich letzte Woche beim Bibellesen nicht daran vorbei. Nicht, weil es mir um das Fleisch geht, sondern weil ich beim Bibel Art Journaling über den KON-Takt gestolpert bin. In einer Zeit, wo der Kontakt auf ein Minimum beschränkt ist und Berührungen unterlassen werden sollen, sind wir ganz neu herausgefordert Kontakte und Beziehungen zu pflegen, ihnen nachzugehen.

Nun habe ich Psalm 25 gelesen und gestaltet, in dem der Blickkontakt zwischen Gott und Mensch betont wird, die Beziehung, die gepflegt werden kann. Und da ich gerne Worten nachgehe und mit ihnen spiele, habe ich mich zunächst gefragt, was der Kontakt wirklich meint. Das Wort kommt, wie so viele, aus dem Lateinischen und bedeutet „berühren“. Mich beschäftigte beim Gestalten dann die Silbe „kon“, die zwischen dem Blick und dem Takt steht. Und da dachte ich an con carne, mit Fleisch. Blick mit Takt, waren meine nächsten Gedanken, was mich inspirierte und ermutigte.

Etwas, was mein Leben im Alltag prägt sind Rhythmen. Den Lebensrhythmus in dieser Zeit zu halten oder neu zu finden, sehe ich auch als Aufgabe. So ist mir seit letzter Woche wieder bewusster wichtig die Tageszeitengebete zu gestalten. In meinem Handy waren die Zeiten schon gespeichert, doch der Wecker im Alltag manchmal nicht eingeschaltet. So habe ich diese Zeiten als erstes aktiviert. Immer um 9 Uhr, 12 Uhr, 15 Uhr, 18 Uhr und 21Uhr halte ich inne, um zu singen und zu beten. Wie dankbar bin ich, dass wir in unsere Wohnung eine Gebetsecke haben, einen Ort, den ich bewusst aufsuchen und somit aktiv in die Gegenwart Gottes treten kann.

Gott anzubeten, Fürbitte zu halten, aneinander zu denken, dafür nehme ich mir Zeit – in dieser Zeit noch konkreter (auch hier wieder das „kon“ … lat. von zusammenwachsen. Lässt sich ja weiter drüber nachdenken… ). Ob fünf, zehn, fünfzehn Minuten, das kann variieren. Aber ich bin da, präsent, mit meiner ganzen Person – und da ist er, der Blickkontakt. Regelmäßig auf Jesus sehen. Im Rhythmus des Tages Gottes Gegenwart suchen. MIT Fleisch (körperlich) und Takt (regelmäßig). Sich sammeln, zur Mitte finden. Welch ein Geschenk!

Dankbar bin ich, dass es schon viele Zeiten in meinem Leben gab, wo ich mich in Tageszeitengebete einklinken konnte, sie üben durfte. Jetzt empfinde ich das als Segen, dass sie mir vertraut sind und Halt, meinem Tag eine Struktur geben. Gewohntes und Struktur verliert unser Alltag in der Situation unserer Welt gerade etwas. Vertrautes fällt weg. Da kann manches, was in den Hintergrund gerückt ist, wieder neu belebt und hervorgebracht werden. So erlebe ich es momentan mit den Tageszeitengeben, die ich ganz frei gestalten und konkret setzen kann. Welch Segen! Gott lässt sein Angesicht über uns leuchten und schaut uns gnädig an – diese Gegenwart will ich suchen, mich beschenken lassen von ihm, durch ihm, mit ihm. Kon-takt pflegen MIT Gott.

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