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Predigt über die 5. These der Barmer Theologischen Erklärung in der Hochschulgemeinde Friedensau.
 (ab Minute 41)

 

Am 25. 11. 2023 (Orange Day) konnte Andreas in der Hochschulgemeinde Friedensau seine Predigtreihe zur Barmer Theologischen Erklärung fortsetzen, als erster dienstlicher Einsatz nach sechswöchiger Krankheit. Das Thema "Fürchtet Gott, ehrt den König" ist eine Zusammenfassung des Verhältnisses von Christ und Staat und zugleich der kurze Bibeltext, der der fünften These vorangestellt ist.

Fürchtet Gott, ehrt den König.

(1. Petr 2,17)

Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.


Die These spricht von einer klaren Rollen- und Aufgabenverteilung zwischen Staat und Kirche, wie sie in Nazi-Zeiten bei den Deutschen Christen zugunsten staatlicher Vereinnahmung verloren zu gehen drohte. Der Staat habe die Aufgabe, Recht und Frieden zu schaffen, die Kirche die Verantwortung, den Staat daran zu erinnern und wo nötig, auch Widerspruch und Widerstand zu leisten.

Der Text von Petrus - auch im Gesamtkontext - ist für Menschen des 21. Jahrhunderts eine große Herausforderung, fordert er doch Unterordnung. Gleichwohl zeigt gerade die Einleitung des Textabschnitts   die hohe Brisanz und Aktualität des Textes. Die Kirchen, erst die katholische, jetzt auch die evangelische wird allzu oft nur noch mit sexuellen Übergriffen und deren Vertuschung assoziiert. Wäre die Adventgemeinde nicht so klein und unbedeutend, würden sie aus den gleichen Gründen in den Medien stehen, denn sie ist keinen Deut besser, wie wir aus zahlreichen Studien wissen.

Der Verkündiger ermutigte als Fazit mehr Wertschätzung und Respekt für die Verantwortungsträger in Politik und Gesellschaft (illustriert am Projekt "Gebete für Schönebeck), Forderte dazu auf, dem Staat seine Rolle, für Recht und Frieden zuzubilligen, insbesondere strafrechtlich relevante Vorgänge (wie z.B. sexuelle Gewalt) nicht als innerkirchliche Angelegenheit zu behandeln, und schließlich sich auf die Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt, zu verlassen.